Burnout

Beim Burnout Syndrom handelt es sich um einen langsam voranschreitenden Erschöpfungsprozess, an dessen Ende das totale Ausgebranntsein (Englisch burn out) auf körperlicher, geistiger und emotionaler Ebene steht. Die Grenzen zur Depression sind dabei fließend.

 

Wer ist Burnout gefährdet?

Wenn zu viel Geben seliger als Nehmen ist

Burnout ist nicht auf einen bestimmten Personenkreis begrenzt, die meisten sozialen Gruppen können davon betroffen sein. Besonders gefährdet sind jedoch Personen mit hohem Anspruch an innere und äußere Perfektion, Menschen mit Helfersyndrom 

oder extremem EhrgeizDabei sind nicht nur Manager davon betroffen, sondern auch engagierte Menschen in medizinischen und sozialen Berufen, Schüler, Studenten, Hausfrauen, alleinerziehende Eltern, Freiberufler, Arbeitslose, Ehrenamtliche oder Rentner.

Auch wer nicht im Arbeitsprozess steht, oder wer seine Arbeit als sinnlos, langweilig und uninteressant empfindet kann ausbrennen. 

Wer langfristig seine körperlichen, geistigen und seelischen Ressourcen verbraucht, wer sich die Zeit nicht gönnt zu regenerieren, ist extrem gefährdet an Burnout zu erkranken.

 

Anspruchsdenken oder Harmoniebedürfnis

Die Unfähigkeit, Kompromisse einzugehen und Aufgaben zu delegieren, ist kein typisches Chefproblem, sondern betrifft auch diejenigen, die sich selbst als unabkömmlich betrachten und die keine sachliche Distanz zu ihrer Beschäftigung haben. Die Verausgabung bis zur totalen Erschöpfung hängt dabei nicht selten auch mit einem starken Harmoniebedürfnis und dem Wunsch nach Anerkennung zusammen. So sehr diese Menschen die Dinge zum Guten verändern wollen, so sehr möchten sie dafür geliebt werden. Sehr häufig können Burnout-Patienten nicht gut mit Kränkungen oder Enttäuschungen umgehen, ihnen fehlen die entsprechenden Strategien mit Frust umzugehen. Oft leiden sie unter dem Gefühl, weit mehr zu geben als sie selbst erhalten. Ihr tiefer Wunsch nach Anerkennung lässt sie dabei dennoch viel zu häufig ja sagen, wo ihr Körper sich schon lange nach Erholung sehnt. Die Betroffenen glauben, die negative Spirale aus immer schwächer werdender Belastbarkeit und immer höher werdenden Leistungsanforderungen sei nicht zu stoppen. Nein zu sagen ist keine Option, viel zu groß ist die Angst vor negativen Konsequenzen. Im beruflichen Alltag kommt es zu vermehrten Fehlzeiten, die innere Kündigung setzt ein.

 

Symptome und Alarmsignale des Burnout-Syndroms

Die Vorstufen des Burnout sind schwer zu definieren, da der Wunsch nach Anerkennung und Erfolg zu einem wesentlichen Bedürfnis des Menschen zählt. Problematisch wird es, wenn sich zwanghafte Züge bemerkbar machen und die Erwartungen an sich selbst so hoch und unrealistisch werden, dass ein Innehalten erst folgenschwer durch die Krankheit kommt.

 

Die körperlichen und seelischen Symptome

der Burnout-Symptomatik können variieren. Häufig sind es diffuse oder konkrete Gefühle der Angst, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung, die sich auch nicht durch ausreichend Schlaf regenerieren. Auch kommt es vermehrt zu Schlafstörungen, Verdauungsproblemen oder Rückenschmerzen.

Wichtige Bedürfnisse werden erst lange verleugnet und irgendwann selbst nicht mehr wahrgenommen. Das Gefühl, unentbehrlich zu sein oder noch mehr leisten zu müssen, steht im Vordergrund. Aufgrund des dauerhaften Zeitmangels wird vermehrt Arbeit mit nach Hause genommen. Die ständige Erreichbarkeit für Geschäftspartner und Kollegen lässt ein Abschalten und eine tiefe Erholung auch in der Freizeit nicht zu.  Zwischenmenschliche Kontakte und Freizeitbeschäftigungen fangen an darunter zu leiden. In fortgeschrittenen Phasen des Burnouts geht auch die Fähigkeit zur Entspannung verloren. Ständiges Kreisen um die beruflichen Themen lassen den Betroffenen häufig keinen Schlaf finden. Der Griff zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln, Alkohol und Drogen ist ein Versuch Ruhe zu finden.

Die Ursachen für ihr "Versagen" versuchen die Betroffenen entweder durch Aggression gegen andere und Schuldzuweisungen zu verarbeiten, oder die Ablehnung richtet sich gegen sie selbst in Form von Depression. Die Betroffenen haben nun selbst nicht mehr das Gefühl belastbar zu sein. Aufgrund der nachlassenden Leistungsfähigkeit und Konzentrationsstörungen kommt es häufiger zu Fehlern, was ihren Stress erhöht. Sie versuchen dann umso korrekter zu arbeiten, was sie noch mehr Kraft kostet. Sie verlieren die Kontrolle, müssen häufig weinen oder sie reagieren gereizt, aggressiv und zynisch. Die Beziehung zum Partner gerät in Mitleidenschaft. 

 

Innere Leere und Sinnverlust

Viele Burnout-Betroffene ziehen sich mehr und mehr zurück. Sie vernachlässigen ihren Partner und ihren Freundeskreis. An früheren Hobbies finden Sie keine Freude mehr. Ein typischer Ausspruch der Burnout Patienten ist: "ich weiß nicht mehr, was ich will und spüre mich nicht mehr."

Die Anstrengung den Alltag zu bewältigen nimmt zu, auch die kleinste Tätigkeit wird zu anstrengend. Am Ende stehen 

Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Depression und oft auch Selbstmordgedanken.

 

 Warnsymptome

  1. Ich fühle mich leer und alles kommt mir sinnlos vor.
  2. Ich habe das Gefühl, mir wächst alles über den Kopf.
  3. Andere Menschen und ihre Probleme interessieren mich nicht mehr.
  4. Ich bin ständig zu erschöpft, um nach der Arbeit noch was zu machen.
  5. Ich bin schnell gereizt/ aggressiv.
  6. Ich fange leicht an zu weinen.
  7. Ich werde von niemandem wertgeschätzt.
  8. Wenn ich an die Zukunft denke, wird mir schlecht.
  9. Ich ziehe mich zurück, Freunde treffe ich kaum noch.
  10. Meine Arbeit macht mir keinen Spaß.
  11. Ich gebe immer alles, ich mach fast keine Pausen.
  12. Nachts kann ich nicht gut schlafen, ich grübele viel.

 

Was sind die Ursachen für Burnout?

Die Ursachen für Burnout sind vielfältig, sie können sowohl in den erhöhten Arbeitsbedingungen als auch in der Persönlichkeit des Betroffenen  liegen. Wie jeder Mensch auf Stressoren reagiert ist unterschiedlich, von Bedeutung ist dabei auch, wie jemand ganz allgemein auf Belastungen reagiert. Was den einen extrem stresst, muss dem anderen nicht genauso viel ausmachen. 

 

Schlafmangel, Schichtarbeit, dauernder Lärm, Leistungsdruck, Mobbing, Über- oder Unterqualifizierung, der Eindruck am falschen Arbeitsplatz zu sein, mangelnde Anerkennung, zu große Verantwortung unter Zeitdruck, mangelnde Struktur im Betrieb, unklare Arbeitsanforderungen, innerer und äußerer Leistungsdruck, schlechtes Betriebsklima, Angst um den Arbeitsplatz, depressive Störungen, Schuldgefühle und das Gefühl nie gut genug zu sein, sich oder anderen etwas beweisen zu müssen können krankmachende Faktoren sein.

Dabei spielt eine entscheidende Rolle, wie der Betroffene seine Situation selbst bewertet und wie hoch er seinen Einfluss auf seine Situation einschätzt. Je geringer er seine Selbstwirksamkeit bewertet, umso deprimierender  und auswegloser wird die Situation vom Betroffenen erlebt.

Die Ursachen für den Burnout sind also nicht nur in den extremen Arbeitsbedingungen zu suchen, es sind auch persönlichen Ressourcen, wie Resilienz, Unterstützung durch Freunde, Familie und Partner von Bedeutung.

 

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